„WortSpende“

6 Zeichnungen auf Büttenpapier, koloriert, 10 cm x 21 cm, 2011

Die sechs Arbeiten auf kleinen Formaten sind zeichnerische Dokumentationen einer Kunstaktion im öffentlichen Raum. Ausgehend von der Annahme, dass Kunst im bildnerischen sowie literarischen Ausdruck mit dem sozialen sowie geografischen Umfeld in Verbindung steht, entwickelte sich die Idee zum Projekt: WortSpende.
Im Rahmen einer Kunstklausur im Thomas-Bernhard-Archiv lebten die Künstlerin Claudia Mang und die Schriftstellerin Gabriele Aigner im Sommer 2011 recht abgeschieden und zurückgezogen in einer scheinbar dörflichen Idylle mitten im Toskanapark am Rand des Traunsees. In unmittelbarer Nähe liegt die angrenzende Stadt Gmunden.
Die „dörfliche Idylle“ zeichnete sich durch ein harmonisches, beinahe verklärtes ländliches Leben aus. Kunstschaffen und Naturerleben bildeten geradezu eine Einheit. Es entstanden Arbeiten, die sich stark an der kontemplativen Umgebung orientierten und sich gemäß der ursprünglichen Bedeutung der griechischen „eidyllion“ (Idylle) zu „kleinen eigenständigen Gedichten“ bzw. „Bildchen“ gestalteten.
Um die Urbanität, Offenheit und das städtische Lebensgefühl in ihre Auseinandersetzung zu integrieren, traten sie über die Kunst als Kommunikationsmittel mit der städtischen Bevölkerung in Kontakt. Sie wanderten am See entlang in die Stadt, wobei Gabriele Aigner PassantInnen um „Wortspenden“ bat, die sie in ihre schriftstellerische Arbeit einfließen lassen wolle. Claudia Mang befand sich in unmittelbarer Nähe und zeichnete die Begegnungen auf – von einzelnen Personen am See außerhalb der Stadt bis hin ins Kaffeehaus mitten im städtischen Siedlungsgebiet, wo der Charme von Weltläufigkeit, Bildung und Eleganz spürbar wurde.
Der Übergang von der ländlichen Umgebung zum urbanen Raum ergab ein interessantes Netzwerk aus semantischen, sozialen und emotionalen Räumen, deren Erfahrungen neue Ideen und Dynamiken in ihrer Arbeit entfaltete.